Udo Jürgens ins Casino geschmuggelt

Udo Jürgens (2. v. rechts) zu Besuch in Herne

Pünktlich um 6 Uhr traf Udo Jürgens am 19. Januar 1970 am Zechentor von Friedrich der Große 3/ 4 ein. Dort wurde der Sänger, der mit einer weißen Pullman-Limousine anreiste, vom damaligen Assessor Enneker und IGBE-Chef Adolf Schmidt begrüßt. Der Wagen des singenden Gastes wurde vor der Hauptverwaltung auf dem Zechengelände abgestellt und war bald von neugierigen Kumpels umringt. Dann folgte ein vorher vereinbartes Programm: Begrüßung, Umziehen in der Kaue, Seilfahrt und Besuch des Abbaureviers in „Flöz Sonnenschein“. Nach der Seilfahrt ein Kurzkonzert in der Lohnhalle, bevor der Sänger in der Obersteiger-Kaue verschwand.

Weil vor dem Zechentor und am Casino Friedrichseck an der Roonstraße schon etliche Fans auf den beliebten Sänger warteten, griff man nach einer List: Der Fahrer des FdG-Bergwerkschchefs, Enneker, fuhr wie üblich den grünen Mercedes seines Chefs. Nur Cheffahrer Korte transportiere diesmal nicht Carl-Hermann Enneker, sondern den „versteckten“ Udo Jürgens. Die weiße Pullmann-Limousine des Sängers wurde an diesem Mittag nämlich von Assessor Enneker gesteuert. Fans, die am Zechentor auf ihren Star warteten, waren daher enttäuscht, als sie den in der Schweiz zugelassenen PKW erblickten, denn Udo Jürgens hatte inzwischen längst das Gebäude an der Roonstraße erreicht und war durch einen Seiteneingang in das Casino gelangt, wo er danach zusammen mit unzähligen Prominenten aus Herne das Mittagessen einnahm. Obwohl recht gut abgeschirmt musste Udo Jürgens hier trotzdem etliche Autogrammwünsche erfüllen. [1]


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Einzelnachweise

  1. Ein Artikel von Friedhelm Wessel