Training mit Nationalspieler

Aus Hün un Perdün
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Herbert Pepperling, Hartmut Nielazny, Erich Meischack, Bernd Noczulak, Heinz Wagner, Wolfgang Waskönig und Helmut Mayer bildeten Mitte der 1950er-Jahre den harten Kern der Uhland-Mannschaft. Besonders in den Sommerferien trafen sich die Sodinger Jungen am ehemaligen Denkmal an der Mont-Cenis-Straße, dann ging es per Fahrrad in den nahen Gysenberg zur großen Wiese. Vorbei am Barackenweg, über die Gleise und den Weg vorbei an Haus Galland und Haus Kranenberg zum riesigen Bolzplatz.

Gerd Harpers und seine ehemaligen SVS-Kollegen Schmidt, Komppczinsi und Adamaik vor einem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf.

Alle Jungen waren natürlich echte SVS-Fans und bei den sonntäglichen Spielen ihrer Mannschaft mit Sawitzki, Adamik und Harpers schwenkten sie die grünweißen Fahnen. Eines Tages, als die Uhland-Bande wieder auf dem Weg in den Gysenberg war, lief ihnen ein Bekannter über den Weg. Da staunten die Jungen und sie konnten es zunächst gar nicht glauben. Es war ihr Idol, der Sodinger Nationalspieler Gerd Harpers. Als er den Ball sah, den die Jungen mit sich führten, war das Eis schnell gebrochen und der bekannte Kicker marschierte mit den Sodinger Jungen auf den von Bäumen umstandenen Bolzplatz. Hier absolvierte der beliebte Nationalspieler, den aber alle erwachsenen Fans nur den „schönen Gerdi“ riefen, mit dem Team von der Uhlandstraße eine kleine, kostenlose Trainingseinheit. Die Jungen, die damals die üblichen Fußball-Bilder sammelten, ließen es sich nicht nehmen, beim nächsten Besuch des Platzes unter dem Mont-Cenis-Schachtgerüst, ihrem prominenten Trainingspartner die entsprechenden Bildchen vorzulegen, denn damals sammelten die jungen Kicker von der kleinen Uhlandstraße auch Autogramme. Und zu den Heimspiele des Oberligisten aus dem Herner Vororort reisten viele damals bekannte Mannschaften an.

Vor allem im Sommer waren die acht Unzertrennlichen fast jeden Tag im Gysenberg, um hier hinter der Lederpille herzurennen. Wenn sie durstig waren, liefen sie zur nahen Ostbach-Quelle, wo sie sich am eiskalten Wasser labten. Einer aus dieser Kicker-Gruppe war besonders talentiert. Er erinnerte die fußballverrückten Jungen ein wenig an den legendären Schalker Berni Klodt. So riefen bald alle Sodinger den Nachwuchskicker Bernd Noczulak, „Kloddi“. Unter diesem Spitznamen ist der langjährige SSV-Spieler in seiner alten Heimat auch heute noch ein Begriff. [1]


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Einzelnachweise

  1. Ein Artikel von Friedhelm Wessel