Rochus Steinert

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Grab von Rochus Steinert[1]

Rochus Steinert (geboren am 6. August 1885, gestorben am 9. April 1920 in Herne-Sodingen)

Eine Woche vorher begann der Vormarsch der Reichswehrtruppen ins Ruhrgebiet und der sogenannte „weiße Terror“ in den Arbeitersiedlungen. Prügel- und Folterkeller wurden errichtet, besonders schlimm auch in Sodingen bei Herne. Geschlagen wurde mit Gummiknüppeln, Lederkoppeln, Reitpeitschen und Riemen, die gelegentlich zusätzlich mit Schrauben versehen wurden. Die heimtückische Ermordung von Steinert wurde, wie so oft in jener Zeit mit „auf der Flucht erschossen“ verschleiert.

Der Herner Anzeiger berichtet am 10. April 1920:

Auf der Flucht erschossen

Gestern Nachmittag gegen 5 Uhr wurde der Bergmann R.Steinert von hier, Mont-Cenis-Straße 11, von 2 Reichswehrsoldaten festgenommen, weil er im Verdacht stand, bei den letzten Kämpfen, die er als Angehöriger der Roten Armee mitmachte, geplündert zu haben. Der Verdacht wurde dadurch gestärkt, dass Steinert am Vormittag versucht hatte, sich auf dem Polizeiamt einen Personalausweis für das besetzte Gebiet zu besorgen, scheinbar, um einer Festnahme zu entgehen. An der Ecke zwischen dem Krämer’schen und Esbeck’schen Grundstück in der Mont-Cenis-Straße suchte der Festgenommene seinen Begleitern zu entfliehen und sprang in den Esbeck’schen Garten hinein. Nach dreimaligem vergeblichen Anruf machten die Soldaten von der Waffe gebrauch und feuerten aus ihren Armeepistolen mehrere Schüsse auf den Flüchtling. Von mehreren Kugeln getroffen stürzte er bald hin und starb in kurzer Zeit. Die Leiche wurde nach der städt. Leichenhalle gebracht.

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Quellen

  1. Das Bild stammt aus dem Archiv des DGB.