Regenkamp (Monno)

Aus Hün un Perdün
Wechseln zu: Navigation, Suche


Von Karl-Heinz Monno

Regenkamp

Was nun? Das ehrgeizige Entertainment-Projekt am Regenkamp scheint nach der Absage von zwei potenten Investoren zu sterben. Nur eine Imbiss-Kette hat bisher dort einen festen Platz, eine Hotelkette hat den Bauantrag gestellt. [1]

Leinwand im „Center“ bleibt dunkel, mit dieser Überschrift und dem Foto der Bauruine brachte die WAZ am 17. Januar 2001 einen Bericht über das Geschehen am Regenkamp. Die Investoren springen ab, sie sehen keine Gewinnschancen mehr. Trotz der vielen Pannen würde es der OB noch einmal so tun. Schließlich ging es ja um Arbeitsplätze die wir dort schaffen wollten.
Die IHK hat sich schon einen Tag später gemeldet. Sie hat Visionen und kann sich diese hoch attraktiven Lage sinnvoll und zukunftsbezogen zu nutzen. Ein Herr Panne kann sich hierunter Einbeziehung des bisher gebauten (siehe Foto) eine Wohnlandschaft mit gehobenen Angebot, Fitness-, Wellness- und Gesundheitsbereich vorstellen. Dazu käme ein gastronomisches Angebot für junge jüngere Jahrgänge mit Geld und ein Szenekino. Bisher ist man von einer Panne zur anderen geschlittert. Hätte man es nicht bei der damals zwischen Naturschützern und Baulöwen im Rat vereinbarten Kompromiss belassen können? Danach sollte nur etwa die Hälfte der vorhandene freien Fläche mit Gewerbebauten belegt werden. Der Rest sollte naturnah bleiben. Vielleicht hätten wir heute schon Arbeitsplätze im Grünbereich. Wie war das noch mit Ökologie und Ökonomie vereinen? Wie sagte doch früher die Oma. „Vornehm (Großkotzig) geht die Welt zugrunde". Da ich mich in Fraktion und Rat mit dem obigen Kompromiss zufrieden geben musste, kann ich mir heute eine gewisse Schadenfreude nicht verhehlen.
Herne, 1. Januar 2001

Leserbrief
Wenn man die Stellungnahmen in der Zeitung zum Regenkamp verfolgt wird man immer verwirrter. Wer ist denn nun Schuld an dem Desaster? Jeder zeigt mit dem Finger auf den anderen. Ist es die Verwaltung, sind es die Politiker oder vielleicht auch die Bürger, die den von ihnen gewählten Vertretern nicht und nicht rechtzeitig auf die Finger schauen? Vielleicht ist es aber auch eine Eigenschaft, die vielen Menschen zu eigen ist? Wie sagte die Oma früher: Da sind die Augen mal wieder größer als der Magen, kannst du den Hals nicht voll genug kriegen?“
Der Plan zur Bebauung am Regenkamp soll 1990 geändert werden. Ökologen und Ökonomen einigten sich. Der westliche Teil des Areals, von der Werksbahn bis zur Autobahn, sollte dem dort weidenden Pferd und der Natur belassen bleiben, der östliche Teil sollte ein durch- und umgrüntes Kleingewerbegebiet werden. Hätte man diesen Plan zügig umgesetzt, wären dort heute bestimmt Menschen in Arbeit und Brot. Doch die Augen in der Verwaltung wurden größer. Das ganze Gebiet soll 1977 für ein Vergnügungszentrum genommen werden. Die Politiker nicken zusimmend und nur die direkt anwohnenden Bürger wehren sich. Nach den bisherigen „Erfol-gen“ scheint die Oma mal wieder recht zu behalten, die auch gesagt hat: „Wer den Hals nicht voll kriegen kann bekommt leicht Bauchweh. Ich würde das auch drastischer ausdrücken. [2]

Herne, den 19. April 2001
Karl-Heinz Monno

Siehe auch

Quellen

  1. WAZ-Bild: Hans Blossey
  2. Karl-Heinz Monno 2001