Nahtstellen, fühlbar, hier: Bahnhofstraße 27-29/Behrensstraße 1-3

Aus Hün un Perdün
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Die Teilnehmer/innen (erste R. v. li.): Lea Hortz, Julia Blatt, Ersin Isik, Marvin Sturm, Jens Langhoff; (zweite R. v. li.): Anna Wiemer, Nicole Hundertmark, Paul Ruhmann, Sebastian Bujarra, Lars Kröger, Florian Westphal; (hinten v. li.): Willi Winkler, Hannes Theben und Sebastian Quast
Der Originaltext/Artikel dieser Seite stammt von Haranni-Gymnasium und wurde für das Wiki redaktionell bearbeitet.
Autor Haranni-Gymnasium
Erscheinungsdatum 2010, in: Erinnerungsorte - Shoah-Denkmal, S. 22 u. 23
Gedächtnistafel Bahnhofstraße 27-29 u. Behrensstraße 1-3.jpg
















Verstärkte Integration

Das Projekt zur Gestaltung eines Erinnerungsortes in Herne zum Gedenken der Opfer der Shoah sprach die Schülerinnen und Schüler, die jüngste der mit den Ausarbeitungen beauftragen Gruppen auf besondere Weise an. Schon der lokalgeschichtliche Zugriff band die Schüler stärker ein und regte auch zu weiteren Gesprächen über Erlebnisse, z.B. im familiären Kreis, aus der NS-Zeit an. Auch die für den traditionellen Unterricht eher ungewöhnlichen Arbeitsformen und -methoden wie das Arbeiten im Stadtarchiv, wo Akten nach Informationen zu unserem Themenschwerpunkt bearbeitet worden sind, wurden von den Schülern bei der Projektreflexion als „aufregend" erlebt.

Bei der Ausarbeitung der Entwicklung des Kaufhauses Gebrüder Rindskopf bzw. der Familiengeschichte der Schiffmanns wurden viele verschiedenen Aspekte von der Bau- bis zur Familiengeschichte auf dem Hintergrund der NS-Zeit beleuchtet, sodass durch diese verschiedenen Schwerpunkte das Interesse hoch gehalten werden konnte. Eine besondere Motivation ging von der Gedenktafel selbst aus. Wirkt Projektarbeit an sich schon motivierend, so zeigte sich ein besonderer Reiz, da die Gedenktafel für die Öffentlichkeit gedacht ist. Bei ihrer Enthüllung zeigte sich neben einem gewissen Stolz über die geleistete Arbeit eine verstärkte Identifikation mit dem Projektergebnis.

"Während ich in Herne war, ging ich zum Friedhof um das Grab meines Vaters zu besuchen. Ich erkannte den Grabstein, den ich auf einem Foto gesehen hatte. Auf der einen Seite war der Name meines Vaters zu lesen, auf der anderen Seite eine freie Stelle - der Platz für den Namen meiner Mutter. Aber sie war nicht dort begraben. Sie ruht auf der anderen Seite des Ozeans, in Amerika". Kate Katzki über das Grab ihres Vaters auf den jüdischen Friedhof

„Unsere" Gedenktafel steht unter besonderer Beobachtung der Schülerinnen und Schüler und ihrer Freunde. Insgesamt kann man ein äußerst positives Fazit ziehen: Die Schülerinnen und Schüler hat das Projekt und auch die Thematik in besonderer Weise angesprochen, zumal sie weitere Fragen zur jüdischen Geschichte (jüdischer Friedhof) gestellt und thematisiert haben. Dabei konnten insgesamt die Grundlagen des historischen Lernens bei hohem Grad an Schüleraktivität kennen gelernt und eingeübt werden.

Willi Winkler, Lehrer


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Stadt Herne

Weblinks

http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_Nahtstellen Nahtstellen - Website der Stadt Herne

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Quellen

Erinnerungsorte - Shoah-Denkmal - Zum Gedenken an die Opfer der Shoah aus Herne und Wanne-Eickel - Eine Dokumentation von Ralf Piorr im Auftrag der Stadt Herne, Herausgeber: Stadt Herne, 2010; darin Abbildung der Gedächtnistafel Bahnhofstraße 27-29/Behrensstraße 1-3