Integration

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Susanne Peters-Schildgen

Bemühungen um eine multikulturelle Koexistenz, Integrationsangebote und Hilfestellungen für Migrantinnen und Migranten standen (und stehen) gleichzeitig Integrationsprobleme, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gegenüber.

Die innerhalb der Wohlfahrtsverbände angesiedelten Beratungsdienste für Migrantinnen und Migranten entstanden Anfang der 1960er Jahre im Zuge der "Gastarbeiterzuwanderung". In den 1990er Jahren richtete die Arbeiterwohlfahrt die Beratungsstelle "Internationales Zentrum und Sozialdienst für Migranten des Kreisverbandes Herne" ein. Angeboten wurde eine umfassende Beratung, Freizeitarbeit, soziale Gruppenarbeit, Gesprächskreise, Kurse, Sprachkurse und Freizeitgestaltung für ausländische Migranten, Flüchtlinge und Asylbewerber. Die Beratung griechischer Zuwanderer gehörte zu den Aufgaben des Diakonischen Werks.

Den Kreisverbänden des DRK in Herne und Wanne-Eickel oblag die Versorgung der Spätaussiedler in den ersten sechs Wochen nach ihrer Ankunft. Darüber hinaus kümmerten sich das Diakonische Werk des Kirchenkreises Herne und Wanne-Eickel sowie der Caritasverband Herne e. V. um Aus- und Übersiedler und Flüchtlinge. Innerhalb des Caritasverbandes bestand ein Fachdienst für Migration, zu dessen Aufgaben außer der Betreuung von Aussiedlern und Flüchtlingen auch die Sozialberatung für Italiener gehörte. 1971 nahm die Volkshochschule erstmals Deutschkurse für ausländische Migrantinnen und Migranten in ihr Programm auf. Seit ihrer Entstehung 1980/1981 besonders bewährt haben sich die "Regionalen Arbeitsstellen zur Förderung ausländischer Kinder und Jugendlicher" (RAA). Sie wurden im Rahmen eines Modellprojekts der obersten Schulbehörde zur Erleichterung des Einlebens der ausländischen Kinder an deutschen Schulen in Herne und in anderen Ruhrgebietsstädten ins Leben gerufen. Die schulische und berufliche Integration junger Ausländerinnen und Ausländer sowie Beiträge zur Förderung eines gleichberechtigten Austauschs zwischen den Kulturen standen (und stehen) im Mittelpunkt der Arbeit der RAA. Die Beratungsstelle "Yan-Yana" (Seite an Seite) der Gesellschaft freie Sozialarbeit (GFS) war aus mehreren Schularbeitskreisen hervorgegangen, in denen fast ausschließlich ausländische Kinder betreut wurden. In den 1990er Jahren betrieb die GFS neben einer Reihe von soziokulturellen Angeboten eine durch das Innenministerium des Landes Nordrhein-Westfalen geförderte "Flüchtlingsberatungsstelle".

Das Flüchtlingsbüro war seit 1986 die für die Flüchtlingsarbeit zuständige Stelle des Informationszentrums Dritte Welt im Kirchenkreis Herne. Das Büro beriet in Fragen des Asylverfahrens und leistete psychosoziale Betreuung. Zu den Aufgaben des lnformationszentrums gehörte ebenfalls die Beratung ausländischer Frauen, die durch Heirat oder Arbeitsanwerbung nach Deutschland gekommen waren.
Unter dem Motto "Sport verbindet" organisierte der Stadtsportbund in Kooperation mit Herner Sportvereinen und anderen Institutionen Aktionen zur Integration ausländischer Mitbürgerinnen und Mitbürger durch den Breitensport.

Die "Herner Begegnungstage" und „Interkulturellen Wochen" - vormals "Ausländerwoche" bzw. "Woche der ausländischen Mitbürger" genannt -, das "Forum 'Runder Tisch'", Kampagnen von Schulklassen und Vereinen, Aktionstage, Ausstellungen, Foren der VHS und andere Aktivitäten gegen Fremdenhass und Rassismus unterstützten die Idee von einem "gemeinsamen Haus Herne".


Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung der Autorin und der Stadt Herne[1]
Der Text wurde für das Wiki redaktionell bearbeitet.

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Quellen

  1. Aus: Auf dem Weg ins Paradies? Wanderungsbewegungen im Ruhrgebiet am Beispiel Herne, Seiten 23 - 24