Eickel - ein Stadtteil, in dem es sich angenehm leben lässt (WAZ 07.09.2014)

Stadtteilreport WAZ 2014

Eickel - ein Stadtteil, in dem es sich angenehm leben lässt

Das Sud- und Treberhaus der ehemaligen Hülsmann-Brauerei prägt das Ortszentrum von Eickel.Foto: Ute Gabriel

Wanne-Eickel. Gewachsene Strukturen, keine größeren sozialen Probleme, ein breites Einzelhandelsangebot: In Eickel lässt es sich angenehm leben. Nirgendwo in Herne ist allerdings der Altersdurchschnitt höher als in Eickel - nirgendwo gibt es aber auch so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Eickel in Fakten und Zahlen.

In Eickel, heißt es oft, sei die Welt in Ordnung: gewachsene Strukturen, keine größeren sozialen Probleme, ein komplettes Einzelhandelsangebot. Es ist ein ruhiger, bürgerlicher Stadtteil, in dem es sich angenehm leben lässt, in dem für alles gesorgt ist und der einiges Besondere zu bieten hat- auch wenn es wie überall hier und da Probleme gibt. Wie der viel diskutierte Parkplatzmangel oder die Schließung von Geschäften. Die positiven Entwicklungen rücken da manchmal in den Hintergrund. Schauen wir einmal genauer hin. Statistischer Bezirk

Der statistische Bezirk Eickel, wie die Stadt ihn definiert, erstreckt sich von der Stadtgrenze Bochum im Süden bis zur südlichen Seite des Heisterkamps im Norden, von der Dorstener Straße im Osten bis zur Wakefieldstraße im Westen. Das entspricht zwar weder dem historischen noch dem gefühlten Eickel, wird aber so vom Statistikamt der Stadt Herne zur Ermittlung von Daten zugrunde gelegt. Bevölkerungsstruktur

10 131 Menschen lebten im Juli 2014 innerhalb dieser Grenzen, das entspricht einem Durchschnitt von 4235 Einwohnern pro Quadratkilometer. Ein vergleichsweise hoher Wert, der sich jedoch damit erklären lässt, dass große Grüngebiete wie der Königsgruber Park oder auch der Sportpark nicht mehr innerhalb der statistischen Bezirksgrenze liegen. 92,4 Prozent der Eickeler sind Deutsche, der Ausländeranteil liegt bei 7,6 Prozent. 20,2 Prozent der Eickeler haben Migrationshintergrund. 53,3 Prozent der Einwohner sind Frauen. Mit einem Altersdurchschnitt von 49,1 Jahren hat Eickel die mit Abstand älteste Bevölkerung aller Herner Stadtteile. Das liegt auch daran, dass es mit dem Curanum-Seniorenstift an der Zur-Nieden-Straße, mit dem Awo-Heim Grete-Fährmann an der Burgstraße und dem Ludwig-Steil-Haus an der Hirtenstraße gleich drei große Senioreneinrichtungen gibt. Insgesamt ist die Eickeler Bevölkerung seit 2003 um 7,5 Prozent geschrumpft.

Wohnen

Durch die Straßenbahnlinie 306 ist Eickel gut an Wanne und Bochum angebunden.Foto: Wolfgang Quickels

Auch wenn die statistische Einwohnerdichte hoch ist: In den meisten Bereichen gibt es eine eher aufgelockerte Bebauung mit viel Grün dazwischen und an den Straßen. Und auch mancher zur Front hin geschlossene Straßenzug hat nach hinten heraus ansehnliche Grünflächen zu bieten. Im Schnitt leben 1,92 Personen in einem Haushalt, nur in Wanne-Süd sind es mit 1,89 Personen pro Haushalt noch etwas weniger. Der Anteil der Ein-Personen-Haushalte beträgt 44,1 Prozent, in 7,3 Prozent der Haushalte leben Familien mit drei oder mehr Kindern.

Verkehr

Eickel ist gut an den Verkehr angebunden, ohne von großen Achsen durchschnitten zu sein: Die Straßenbahn L 306 verbindet Eickel mit Bochum und Wanne, die Autobahnen A40, A42 und A43 sind ruckzuck zu erreichen.

Freizeit

Der Volksgarten Eickel und der Minizoo sind für viele Eickeler ein oft besuchtes „Naherholungsgebiet“.

Der Volksgarten Eickel ist seit Jahrzehnten ein Anziehungspunkt für die Eickeler. Besonders im Sommer sind der Minizoo und der gegenüberliegende Spielplatz für Kinder und Eltern eine feste Adresse. Wer in seiner Freizeit gerne auswärts essen geht, ist in Eickel ebenfalls richtig: Rund um den Eickeler Markt lässt es sich prima schlemmen: italienisch, griechisch, gut bürgerlich, international, es gibt Cafés ebenso wie Eisdielen und Kneipen. Nicht zu vergessen die Eickeler Vinothek und Eickels „Ausflugslokal“ das ehemalige „Parkhaus“, heute „Gockelns“ im Volksgarten. Und direkt gegenüber liegt der TC Parkhaus mit seiner großen Tennisanlage und dem Vereinsheim.

Kultur

Seit 2005 hat die Volksbühne Körner mit der „Komödie am Park“ an der Hauptstraße einen festen Aufführungsort. Zu sehen sind dort hochklassige eigene Produktionen.Foto: Joachim Haenisch

Seit 2005 ist an der Hauptstraße im Bresser-Haus die „Volksbühne Körner“ beheimatet, die dort manchmal Gastspiele anbietet, hauptsächlich aber erstklassige eigene Produktionen zeigt, vor allem niveauvolle Komödien. Nach der Gründung des Fördervereins Kulturbrauerei Hülsmann ist auch im Sud- und Treberhaus wieder was los: Lesungen, Kabarett, Rock- und Popkonzerte finden dort in unregelmäßigen Abständen statt.

Einzelhandel

Auch wenn just das alteingesessene Haushaltswarengeschäft „Bresser“ schließt: Eickel ist für einen Ortsteil gut mit Geschäften versorgt. Alles, was zum täglichen Leben nötig ist, ist mehrfach vertreten: Bäcker, Metzger, Lebensmittel, Banken. Darüber hinaus gibt es eine Drogerie, Boutiquen, Textil- und Wäschegeschäft, Friseure, Haushaltsgeräte und Elektro(nik), Optiker, Akustiker, Schuhe, Blumen, Juwelier/Uhrmacher, Eisenwaren, Schreibwaren/Lotto-Totto, Spezialgeschäft für Kajak-Fahrer, Buchhandlung, Second-Hand für Möbel und Wohnaccessoires und diverse Apotheken. Die Post ist mit einer Filiale vertreten, dienstags und freitags findet ein Wochenmarkt statt.

Arbeitnehmer

In keinem anderen Herner Stadtteil ist der Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten so hoch wie in Eickel: Er beträgt 49,4 Prozent. Der Anteil der Bezieher von Arbeitslosengeld nach SGB III oder II liegt bei 6,6 Prozent.

Arbeitgeber

Das Evonik-Werk ist der größte Arbeitgeber in Eickel. Insgesamt kommt die Gesundheitsbranche mit den beiden Krankenhäusern jedoch auf mehr Beschäftigte.Foto: Michael Korte

Größter Arbeitgeber ist mit 386 Mitarbeitern Evonik, dessen Gelände sich am Rande von Eickel zwischen der Magdeburger-, der Herzog-, der Dorstener- und der Eickeler Straße erstreckt. Hart auf den Fersen ist dem Chemieunternehmen jedoch die Gesundheitsbranche. 250 Mitarbeiter sind im 1885 gegründeten Evangelischen Krankenhaus an der Hordeler Straße beschäftigt. Das dort angesiedelte Thoraxzentrum Ruhrgebiet ist das viertgrößte in Deutschland. Im St. Marien-Hospital an der Marienstraße sind sogar 267 Mitarbeiter beschäftigt. Das 1893 gegründete Hospital wurde 1977 von einem allgemein versorgenden Krankenhaus in eine Fachklinik für Psychiatrie umgewandelt.

Gabriele Heimeier [1]

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Siehe auch

Quellen

  1. WAZ 07.09.2014