Düngelbruch - Im Wietel - Ententeich (Monno)

Von Karl-Heinz Monno

Im Düngelbruch.

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Dort, wo man von der Wiescherstraße in die Straße Am Düngelbruch hineingeht legt zur rechten Hand eine Pferdekoppel, die früher zum Hof Koppenberg gehörte. Sie ist mit einem Zaun umgeben. Bei einer Wanderung im Herbst 2001 fand HB dort eine Pflanze des bei uns seltenen Acker-Ziest (Stachys arvensis). Um die Seltenheit zu fotografieren suchte ich sie einige Tage später vergeblich. Hatten die Pferde sie gerupft? Auch im Juni 2002 suchte ich sie vergeblich. Die Pflanze ist einjährig. Dafür fand ich andere Pflanzen dort. Irgendjemand muss sie dort angesiedelt haben. Bienenfreund (Phacelia) Kornblume (Centaurea cyanus) Rettich (Raphanus sativus) mit rötlichen Blüten. Eine Malve, (wahrscheinlich Malva sylvestris ssp mauretania) und die Mohnarten Schlafmützchenmohn (Escholtzia californica), Klatschmohn (Papaver rhoeas und der Sandmohn (Papaver argemone) blühten einträchtig. Diese Florenverfälschung“ machte auf mich einen guten Eindruck. Weitere zusehende Pflanzen waren die Mausegerste (Hordeum muralis), Weiße Nachtnelke (Silene album), Beifuß (Artemisia vulgaris), Kompasslattich (Lactuca serriola), Hundskamille (Tripleurospermum perforatum), Hornklee (Lotus corniculatus), Ackerkratzdiste (Cirsium arvensis), Weißklee (Trifolium repens) und Ackerwinde (Convolvulus arvensis). Es war ein buntes Blühen. Die Straße nach links gehend stößt es einem sofort sauer auf. Aus den gepflegten Vorgärten der Anlieger, haben diese ihre Gartenabfälle auf den Acker-rain deponiert. Eine Sauerei die nicht auszurotten ist.

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Im LSG Im Düngelbruch hat sich kaum etwas verändert. Die Felder werden unterschiedlich bestellt. Wenn Felder mit Erdbeeren bestellt wurden, Herrscht zur Erntezeit, da die Früchte an Selbstsammler abgegeben werden, auf der Zuwegung ein starkes Aufkommen an Kraftfahrzeugen. Es gibt Menschen, die gerne bis auf den Acker fahren würden. Der Hof Göcking liegt noch in der Geländemulde, wie er als Weusthof schon einige hundert Jahre dort lag.

Das im Süden des Gebietes liegende Sommerbad wurde abgerissen und durch ein Frei- und Hallenbad durch private Betreiber ersetzt. Der nicht mehr benötigte so genannte Sommerbadteich wurde nun nicht mehr benötigt. Seine Mauer zur früheren Liegewiese wurde entfernt. Von ihr aus konnte man in der Sonne sitzend gut das Leben im Teich beobachten. Jetzt ist er naturiert, mit flachen Ufern ausgestattet und eingezäunt. Der Teich diente früher als Vorklär- und Aufwärmbecken für Wasser, das von Osten her, aus dem Düngelbruch hineingepumpt wurde. Robert Brauner hat mir einst davon erzählt, der Bergbau wäre nach einem Vertrag mit der Stadt dazu verpflichtet, die Wasser in den Teich zu pumpen. Ob das heute noch geschieht?

Mit Teichen gibt es immer wieder Probleme. Sie drohen durch ihren Pflanzenwuchs zu verlanden und müssen hin und wieder entschlammt werden. Bei einer Diskussion im Umweltausschuss ging es um den Teich am früheren Sommerbad. Der Leiter des Umweltamtes Scholz sagte: „Die Teichentschlammung kostet unheimlich viel Geld. Es gab Überlegungen im Rahmen des Neubaus (Sommerbad) den Teich mit Erde zuzuschütten.“ Eine befremdliche Aussage für einen Mann, der seinem Amt nach, sich für die Erhaltung wichtiger Biotope einsetzen müsste. Die CDU fragte ob der Teich nach dem Neubau noch zu erreichen sei. Das ist er nach Überwindung eines Zauns oder Öffnung eines Tores das mit Kette und Schloss gesichert ist.

Der Teich befindet sich in einem Gleichgewichtszustand, wenn der Mensch die Hand von ihm lässt“, so las ich es in der Broschüre "Der Teich als Lebensgemeinschaft" v. Cornel Schmidt S. 26. Das gilt zumindest für Gewässer, die einen Zulauf haben.

Die Wasser die in den Sommerbadteich geleitet wurden, sind die im Wäldchen und den umgebenden Wiesen. beim Weusthof sich sammelten. Es ist ein Quellwasser des Westbachs. Der Bach liegt heute im Boden. Es gibt Bestrebungen ihn wieder an die Oberfläche zu holen.

Wie ich hörte sollen in Kürze die Pappeln im Wäldchen beim Hof gefällt werden. Es ist zu befürchten, dass dabei der Florenbestand dort beeinträchtigt wird. Die Flora darin ist selten, artenreich und empfindlich. Es wäre schade um den Rest Bereichs, den der Lehrer Hans Krüger im Heimatbuch der Stadt Herne 1927 in einem Aufsatz beschreibt. Die Überschrift lautet; Der Düngelbruch, eine Perle der heimischen Pflanzenwelt. Weiter habe ich in dem Waldteil, der sich den Hang zur Waldstraße gesehen, dass dort einige Baumstämme im Dezember 2005 mit grüner Leuchtfarbe gezeichnet waren. Das deutet auf ihren baldigen Tod durch Holzung hin.

Im Wietel

Auch dieser Bereich ist ein Quell und Zuflußbereich des früheren Westbach. Hier standen die feuchtigkeitsliebenden Weiden, die Wietel mit ihren Füßen im feuchten Boden, Sprudelten zu ihren Füssen die klaren Bächlein. Ich kenne einen heute über 80-jährigen, der mir erzählt, in seiner Jugend hier Frösche und Stichlinge gefangen zu haben. Von diesen Erlebnissen schwärmte er oft. Heute beschränken sich die „Naturerlebnisse“ der Kinder auf das Füttern der Wassertiere, Enten und Fische, das sie von der Oma angeregt, durchführen. Die Folgen sind ein umkippen des Wassers, Veralgung und Vergiftung. Hunderte von Fischen krepierten an warmen Tagen. Nur die spektakulärsten Fälle wurden in der Zeitung dargestellt. Eine Bezirksvertreterin hatte alte Karten auf denen die Zuflüsse des Westbachs zu sehen waren. Es handelt sich um den aus dem Düngelbruch kommenden Bach. Andere Wasser kamen dem Hang der Herner Mark (Constantiner Wald und der Herner Vöde, dem Stemmberg hinunter oder entsprangen in Quellen am Fuße der Hänge.

Eine Bezirksvertreterin setzte sich im Bezirk Herne Mitte mit mehreren Vorschlägen für den Erhalt und Renaturierung der Wasser ein. Die meisten waren durch Baumaßnahmen in den Untergrund verschwunden. Nach dem letzten Fischsterben musste etwas unternommen werden. Der Teich und die Zuläufe wurden renaturiert. Zuvor gab es noch Querelen zwischen den Naturliebenden Anwohnern und den Naturschützern. Die letzteren meinten alles sollte natürlich gestaltet werden. Die anderen wollten weiter die Enten füttern. Ein Zulauf wurde ordentlich gestaltet, die Ufer mit dicken Natursteinen gesichert. Natürlich wären die Ufer unserer Bache mit schlammigen Ufern ausgestattet. Es wären Wiesenbäche. Der Teich zeigt auf der einen Seite eine Riedzone, auf der anderen Seite eine Plattform zum Entenfüttern.

Die Bilder unten zeigen im Sommer nach der Fertigstellung: Den von der Vödestraße kommenden Zulauf mit Steinschüttung und spärlichem Gewässer, den im Sommer völlig veralten Teich. Die Zulaufmündung mit Weg und kleiner Holzbrücke und unten recht den Blick über den Teich auf die Futterstelle mit dahinter stehenden Silberweiden.

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Der Westbach ist bis auf ein kleines Stück im Flottmannwald im Untergrund verschwunden. Er floss westlich am Dorf Herne vorbei und verband sich bei Strünkede mit dem Ostbach. Beim Namen des kleinen Flusses denke ich manchmal an eine Namenverschiebung. Der längste Wasserlauf kam aus dem Düngelbruch, aus der Nähe des Weusthof. Könnte sich der Name nicht aus dem Weustbach entwickelt haben. Er käme dann aus einer sehr alten Weustung. (Weustung > Wüstung > Rodung)

Vom Ententeich bis Hibernia: Stadt prüft oberirdischen Verlauf des Schmiedesbaches

So lange ist das noch gar nicht her: Bäche wurden in Rohre gezwängt und unter dem Erdboden versteckt. Nun wird das Gegenteil der Fall sein, - durch den Herner Südwesten soll wieder ein richtiges Bächlein rinnen.

„Irgendwann", so ein Vertreter des mit einer entsprechenden Machbarkeitsstudie beauftragten Bergkamener Ingenieurbüros gestern vor Mitgliedern des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung, sei das durchaus denkbar, eher sogar „mittelfristig". Nicht überall, aber zu großen Teilen soll das Wasser des Schmiedesbaches vom „Ententeich" in Herne-Süd über das einstige Flottmann-Wäldchen hinweg bis zum Baugelände Hibernia murmeln, wo es die dort vorgesehenen „Grachten" speisen wird. Unterwegs wird es hier und da weiterhin durch Rohre fließen müssen, etwa in Höhe der U-Bahn-Station Berninghausstraße. Das Ganze, so betonte gestern der Ingenieur aus Bergkamen, hat nicht zuletzt die Aufgabe, Regenwasser aus der Kanalisation fernzuhalten. Der Sprecher unterstrich in diesem Zusammenhang den, wie er sagte, großen Kosten-Nutzen-Effekt des völlig neuen „urbanen Gewässers". Günstige topographische Verhältnisse, darüber hinaus die Nutzung „alter Infrastruktur-Trassen", begrenzten das Vorhaben auf preiswerte 1,9 Millionen Büro. In dem Betrag sei auch die Installierung notwendiger Pumpwerke enthalten. Vom Ententeich bis Flottmann geht's nämlich bergauf. Als reizvoll werde sich auch der Freizeitwert entlang des „neuen Schmiedesbaches" erweisen. Möglich erscheine beispielsweise der Bau von Wander- und Radwegen im Bereich des ehemaligen Bahnhofs Constantin entlang der Feldkampstraße. Geo waz 14. 5. 2003


Mit dieser Meldung kann ich nicht viel anfangen. Soll hier ein neues Bachsystem gebaut werden? Die früheren Quellen und Zuläufe in den Wietel (heute Ententeich) gehören zu den Quellbächen des Westbachs. Dieser ist bis auf einen kleinen Bachteil auf dem Flottmanngelände, an der Grenze zur früheren Fabrik Berninghaus verrohrt. Der Schmiedesbach hat seine Quelle weiter im Westen unter dem früheren Hülsgelände, dem heutigen Gelände an der Südstraße. [1]

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Quellen

  1. Karl-Heinz Monno 2002—2003