Bittgesuch aus Herne an den deutschen Kaiser

Aus Hün un Perdün
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Am 15. April 1890 traf in Berlin ein Brief aus Herne ein. Der stammte nicht vom Gemeindevorsteher, sondern von der Bergmannswitwe Imkamp von der Koksstraße.

Die Witwe bat den Kaiser damals um eine finanzielle Unterstützung.

Der Bergmann August Imkamp hatte nämlich am 4. Oktober 1889 auf der Zeche Von der Heydt einen Unfall erlitten. Dabei wurde sein Rückgrat verletzt, Wenige Monate später, am 4. Januar 1890, starb er an den Folgen dieses untertägigen Unfalles. Der behandelte Arzt, Dr. Cremer, war aber der Auffassung, Imkamps Tod sei auf eine frühere Erkrankung – Lunge/Bronchitis – zurückzuführen. Aus diesem Grund erhielt die Witwe nur eine Witwen- und Waisenrente von 12,75 Mark. „Davon muss und soll ich drei Kinder im Alter von 7, 10 und 12 Jahren ernähren“, schrieb die Hernerin nach Berlin.

Frau Imkamp hatte wohl auch daran gedacht, ihre schmale Rente mit einer Nebentätigkeit aufzubessern, was ihr aber wohl sehr schwerfiel, weil ihre rechte Hande gelähmt und sie teilweise unfähig war, die anfallenden täglichen Hausarbeiten zu erledigen.

Sie schreibt aber weiter: „O Majestät, es ist schrecklich, die Kinder hungern zu sehen und nicht in der Lage zu sein, die natürlichsten Bedürfnisse befriedigen zu können. Ich bin fest davon überzeugt, dass bei dem großen Interesse, welches ihrer Majestät den Arbeitern entgegenträgt, meine Bitte nicht unerhört verhallen wird“.

Das Orginal dieses Herner Bittbriefes befindet sich im Staatsarchiv Münster. Wie der Kaiser damals entschieden hat, ist aber nicht feststellbar. [1]


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Einzelnachweise

  1. Ein Artikel von Friedhelm Wessel