Bergmannssohn wird Regierungschef

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Stanislaw Mikolajczyk (geboren 18. Juli 1901 in Herne, gestorben 13. Dezember 1966 in Washington)

Sein Vater arbeitete ein paar Jahre auf der Herner Zeche „Julia“, doch die Wohnung der Bergmannsfamilie befand sich in einem Haus an der heutigen Beckumer Straße im Wanne-Eickeler Stadtteil Holsterhausen. Die Eltern von Stanislaw Mikolajczyk, der 1901 geboren wurde, stammten aus der Gegend von Posen. Bereits 1911 kehrten die Mikolajczyks jedoch wieder in ihre alte Heimat zurück.

Nach dem Schulbesuch ist Stanislaw, der einmal als Politiker Karriere machten sollte, zunächst in einer Zuckerrüberrübenfabrtik tätig. In dieser unruhigen Zeit schließt sich der junge Mann, der im Ruhrgebiet geboren wurde, einer patriotischen Organisation an. Als der polnisch-sowjetische Krieg 1919/1920 ausbricht, greift er zur Waffe und wird in der Nähe von Warschau verwundet. Er kehrt zu seinen Eltern zurück, die mittlerweile einen Hof bewirtschaften. 1921 tritt Stanislaw Mikolajzcyk der polnischen Bauernpartei bei. Zwölf Jahre gehört er als jüngster Abgeordneter Polens dem Parlament an. 1937 übernimmt der ehemalige Bergarbeitersohn die Führung der Bauernpartei. Als zwei Jahre später deutsche Truppen in Polen einmarschieren, verlässt der inzwischen 38jährige seine Heimat und schlägt sich über Ungarn, Jugoslawien, Italien bis nach Frankreich durch. Hier wird er sofort zum Mitglied der polnischen Exilregierung. In der Regierung übernimmt er die Ämter des stellvertretenden Minsterpräsidenten und des Innenministers. Als der damailige Ministerpräsident Sikorski bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommt, tritt Mikolajczyk für ein Jahr die Nachfolge an.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt Mikolajczyk jedoch wieder nach Polen zurück und wird zunächst Vorsitzender der Bauernpartei und danach stellvertretender Ministerpräsident und Landwirtschaftsminister. Aber 1947 blüht in Polen der Stalinismus wieder auf, da emigriert Mikolajczyk nach Washington, wo er zum Präsidenten der Internationalen Bauernunion gewählt wird. 1966 stirbt der gebürtige Holsterhausener in der amerikanischen Regierungshauptstadt, doch erst Jahre später wird er in der Heimat seiner Eltern, in Posen unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. [1]


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Quellen

  1. Ein Artikel von Friedhelm Wessel