Altes Übungsbuch der FdG-Rettungstruppe entdeckt

Aus Hün un Perdün
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Das Übungsbuch von 1910 [1]

Lange ging man davon aus, dass es auf „Piepenfritz“ keine Rettungstruppe gab. Jetzt jedoch tauchte ein Übungsbuch der Truppe auf. Der erste Eintrag erfolgte bereits am 17. Oktober 1910. Truppführer war damals vermutlich Theodor Winkels. Weitere 26 Kumpels gehörten dieser Spezialtruppe an, die mehrmals im Jahr zu Zwei-Stunden-Übungen einfuhr. Doch mit Kriegsbeginn tauchten nur noch 19 Namen auf der Übungsliste auf, die im Jahre 1914 aber bereits endet.

Als sich am 29. Februar 1918 gegen 7.30 Uhr im Südfeld des Pütts zwischen der 4. und 5. Sohle in 500 Meter Tiefe in „Flöz Hugo“ eine Explosion ereignete, bei der 26 Kumpels starben, setzte sich ein FdG-Rettungsteam unter der Leitung von Assessor Albert Klein in Richtung Unglückort in Bewegung. Später stieß die damals schon bestehende und bewährte Berufsgrubenwehr von Shamrock hinzu.

Zu den Männern der ersten Grubenwehrstunde gehörten:

  • Theo Winkels,
  • Johann Kumbel,
  • Wilhelm Dücker,
  • Heinrich Rieke,
  • Ernst Wallberg,
  • Hermann Ronig,
  • Wilhelm Preiking,
  • Max Backhaus,
  • Wilhelm Nolde,
  • Heinrich Steveling,
  • Johann Noll,
  • Günter Hagemann,
  • Wilhelm Rottmann,
  • Julius Butz,
  • Julius Wagner,
  • Gustav Simon,
  • Theodor Klug,
  • Friedrich Norgall,
  • Richard Bergfeld,
  • Johann Klaube,
  • Wilhelm Schlenskers,
  • Johann Ruffini,
  • August Hagedorn,
  • Friedrich Haupt und
  • Emil Simon.

Die Zahl der Retter stieg dann aber in den folgenden Jahre bis auf 36 an, es kam aber auch zu ersten Austritten, die berufs- oder krankheitsbedingt waren. Ab 1913 kommt es wohl zu einer Teilung, denn Friedrich Norgall, Friedrich Altenhöner und Johann Zweiböhmer werden nun als Gruppenführer erwähnt.

Dier letzte Eintrag des historischen Übungsbuches der Zeche Friedrich der Große 1/ 2 erfolgte am 27. Juli 1914. Im Mai 1921 wird auf dem Horsthauser Friedhof offiziell das Ehrenmal für die 26 Kumpels eingeweiht. Albert Klein, der damalige Generaldirektor der Gewerkschaft Friedrich der Große betonte: „Daß Ehrenmal, vor dem wir hier stehen, ist eine Ehren- und Dankesschuld, welche die Gewerkschaft den Verunglückten entrichten will“.

Seit Jahren treffen sich nun Mitglieder Herner Knappenvereine Ende Februar/Anfang März auf dem Friedhof, um am Ehrenmal der Toten zu gedenken. [2]

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Quellen

  1. Aus der Sammlung von Friedhelm Wessel
  2. Ein Artikel von Friedhelm Wessel