Alter Bauernhof verschwindet (Trimbusch 1957)

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Zeitschichten

Alter Bauernhof verschwindet
Trimbuschhof wird im Zuge der Erweiterung des Industriegeländes abgebrochen

Seit dem Jahre 1951, als man auf dem von der Stadt erworbenen Trimbuschhof begann, ein Industriegelände anzulegen, stand es fest, daß auch die Hofgebäude unmittelbar in der Nähe des Horsthauser Friedhofes einmal der Spitzhacke zum Opfer fallen mühten. Der Zeitpunkt ist nun gekommen. Am Montag begannen Arbeiter der Firma Xionna damit, die Scheune und die daran anschlieflenden Wirtschaftsgebäude niederzulegen.

Die Scheune war im Jahre 1865 aus Backsteinen erbaut worden und hatte im Kriege durch Bomben gelitten. Sie war aber wiederhergestellt und hätte noch manches Jahr benutzt werden können. Das Wohnhaus selbst befindet sich in einem viel schlechteren Zustand. Es sollte ebenfalls jetzt abgerissen werden und die darin wohnenden Personen sollten bereits am 1. Februar ausziehen. Da aber die Stadt in dem Hause noch Materialien liegen hat, die im Augenblick noch nicht anderweit unterzubringen waren, bleibt das Wohnhaus noch kurze Zeit stehen.

Industriegelände seit 1950

Im Jahre 1950 wurde seitens des Tiefbauamtes begonnen, hier an der Castroper Straße ein Industriegelände anzulegen. 350 000 DM wurden in diesem ersten Jahre für die Anlage ausgegeben. Dann ruhte die Angelegenheit, um 1952 weitergeführt zu werden, jedoch wurden in diesem Jahre nur 60 000 DM dafür aufgewandt. Erst im Jahre 1954 folgte der weitere Ausbau mit Kosten in Höhe einer halben Million DM. Inzwischen haben sich zahlreiche Firmen dort angesiedelt und wenn man zunächst auch unkte, daß das Geld vertan sei, so hat man sich doch inzwischen davon überzeugen können, daß hier wichtige Industriewerke sich ansiedelten.

Die Nachfrage nach weiterem Gelände hielt an, weshalb man sich entschloß eine Erweiterung in Angriff zu nehmen, wofür im Haushalt 1955 420 000 DM und 1956 450 000 DM zur Verfügung gestellt wurden. Das ganze Industriegelände ist 180 000 qm oder 18 Hektar groß. Belegt sind einschließlich Gleisanlagen davon bis jetzt 13 Hektar, so daß für neue Ansiedlungen noch 5 Hektar verfügbar sind bzw. in nächster Zeit verfügbar werden. Für die Anlage der Erweiterung waren umfangreiche Erdarbeiten notwendig. Das Gelände lag erheblich tiefer und so mußten große Mengen Erde, nachdem der Mutterboden entfernt worden war, angekippt werden. Zur Zeit ist diese Arbeit noch im Gange. Zum Teil ist aber die Erweiterung schon fertig und nier erheben sich an einer Stelle schon die Binder für eine neue Halle der Metallpapierwarenfabrik Benkert.

Auch Straßenarbeiten

Zugleich werden auch die notwendigen Straßen angelegt. Im Augenblick schachtet ein Bagger die Fortführung der Straße „Am Trimbuschhof" aus, von der da; Stück Horsthauser bis Hohenrodtstraße bereits fertig ist. Die Straße wird entlang dem Horsthauser Friedhof in das Industriegelände führen. [1]

Siehe auch

Quellen und Anmerkungen

Stadtarchiv Herne: Ordner Bauernhöfe und Kotten in Herne.
  1. Ruhr Nachrichten Nr. 33 vom 8. Februar 1957